Schwächere Raffinerienachfrage lässt US-Rohölbestände steigen 

 November 13, 2020

By  Carsten Dohmann

Das US-Energieministerium (DoE) gab am gestrigen Donnerstag seine wöchentliche Statistik zu den Ölbeständen der USA bekannt. Diese zeigte für die Woche zum 6. November einen starken Anstieg der landesweiten Rohölvorräte.


Niedriger Raffinerieauslastung ließ Rohölvorräte steigen

Vor allem die im Vergleich zur Vorwoche gesunkene Auslastung der Raffinerien trug einen Großteil dazu bei, dass die Rohölbestände landesweit um 4,3 Mio. Barrel zunahmen. Die Experten hatten eigentlich erwartet, dass die Bestände abnehmen würden, zumal die Raffinerien zu dieser Jahreszeit ihre Auslastungsquote normalerweise wieder erhöhen, um sich auf die steigende Winternachfrage – besonders nach Destillaten, zu denen auch Heizöl zählt – einzustellen.

Die Auslastung der Raffinerien sank in zwei Erhebungsregionen – den Rocky Mountains und an der US-Golfküste -, was sich auf die Gesamtauslastung entsprechend auswirkte. Dabei ist anzumerken, dass der Raffineriebetrieb an der US-Golfküste zuletzt immer wieder durch Hurrikans und Tropenstürme beeinträchtigt wurde. Dabei hatte die durch die Covid-19-Pandemie in diesem Jahr deutlich niedrigere Produktnachfrage den Raffineriesektor bereits seit dem Frühjahr stark in Mitleidenschaft gezogen.

US-Nachfrage so hoch wie seit Mitte März nicht mehr
Anders als die Rohölbestände sanken die US-Vorräte an Benzin und Destillaten in der vergangenen Woche angesichts der insgesamt niedrigeren Raffinerieproduktion. Zu dem deutlichen Rückgang der Bestände in diesen Kategorien trug auch die im Wochenvergleich gestiegene Nachfrage nach Benzin und Destillaten bei. Das Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums erreichte die Nachfrage allerdings dennoch nicht.

Unterdessen stieg die Nachfrage nach Kerosin in den USA in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit Ende März.
Experten hatten in den vergangen Monaten immer wieder betont, dass gerade die Nachfrage nach Flugtreibstoffen weltweit die Erholung der Ölnachfrage noch über die nächsten Jahre hinweg dämpfen dürfte. Trotz der guten Entwicklung der US-Kerosinnachfrage, die dazu beitrug, dass die Gesamtnachfrage der USA in der Woche zum 6. November erstmals seit Mitte März wieder über 20 Mio. Barrel pro Tag lag gaben die Kontrakte an den Ölbörsen jedoch am Donnerstagabend nach, denn letztlich blieben die kommerziellen Rohölbestände der USA mit insgesamt 488,71 Millionen Barrel immer noch auf hohem Niveau.

Ausblick
Der Preisrückgang an den Ölbörsen sorgte zusammen mit dem etwas festeren EUR/USD bei den Inlandspreisen für leichte Abschläge zum Donnerstag. 100 Liter Heizöl kosten heute etwa -0,50 bis -0,70 Euro weniger als gestern.

Carsten Dohmann

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