Ölpreise knicken nach Bestandsmeldungen ein 

 September 18, 2020

By  Carsten Dohmann

Händler haben nach den gestrigen Bestandsmeldungen des DOE (Department of Energy – Das amerikanische Energieministerium) nachgegeben. Zwar sind die Rohölbestände rückläufig, was für steigende Marktpreise sprechen würde, so ist die Höhe der Abbauten enttäuschend. Hinzu kommt auch die gegenteilige Meldung Seitens privater Ölverbände, was Händler weiter verunsichert hat.

 

Gegenteilige Meldungen und schwache Abbauten

Neben dem DOE ist das API (American Petroleum Institute – der größte Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA) ein Lieferant für Bestandsmeldungen für Rohöl und Treibstoffe in den USA. So werden auch die wöchentlichen Meldungen seitens des privaten Verbands genutzt um die Marktsituation einzuschätzen.

 

Zwar wurden von beiden Stellen Bestandsabbauten in den landesweiten Rohöllagern vermeldet, so wurde laut offiziellen Regierungszahlen nicht einmal halb so viel aus den Tanks gezogen, wie es das API noch in Aussicht gestellt hat. Dies hat der Stimmung an den amerikanischen und europäischen Ölmärkten einen ordentlichen Dämpfer verpasst.

 

Besonders bei den Destillaten wie Diesel, Heizöl und Kerosin waren die Meldungen stark gegenläufig. So wurde noch am Tag vorher durch das API ein Abbau von ca. 1,1 Millionen Barrel (á 159 Liter) aus den Beständen vermeldet. Laut DOE wurden landesweit allerdings ca. 3,5 Millionen Barrel in die Lager eingespeist.

 

Diese Faktoren bewirkten, dass nach Veröffentlichung der wöchentlichen Bestandszahlen, die Rohölpreise sowohl in den USA als auch an den europäischen Handelsplätzen sich nach unten orientierten.

 

Ausblick

Heizölhandler erwarten heute eine Preisveränderung von ca. -0,05 bis -0,20 Euro pro 100 Liter Heizöl, im Vergleich zu Mittwochmorgen.

Carsten Dohmann