Neujahrsvorsätze der Deutschen: Energiesparen gehört seltener dazu – gleichzeitig wird wieder mehr geheizt 

 Januar 2, 2024

By  Carsten Dohmann

Essen (ots) – Durch die Energiekrise war das Energiesparen Ende 2022 zum weit verbreiteten Neujahrsvorsatz geworden. Vor rund einem Jahr hatten sich 43 Prozent der Deutschen vorgenommen, weniger Energie zu verbrauchen. Ein Jahr später ist Energiesparen als Neujahrsvorsatz deutlich weniger angesagt: Für 2024 fassen nur noch 29 Prozent diesen Vorsatz – also ein Drittel weniger als im Vorjahr. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov Mitte Dezember für ista durchgeführt hat.

Neujahrsvorsätze Energiesparen
Bildquelle: ista SE

So nehmen sich für 2024 lediglich sechs Prozent der Deutschen vor, viel weniger Energie zu verbrauchen; ihren Energieverbrauch etwas senken wollen immerhin noch 23 Prozent. Mehr als ein Drittel der Deutschen (36 Prozent) hingegen möchte sein Verbrauchsverhalten nicht ändern und wähnt sich bereits auf einem guten Weg.

Motive Energiesparen
Bildrechte: ista SE

Monatliche ista-Verbrauchsmessung zeigt: +12 Prozent Heizverbrauch

Mit dem ista Heiz-O-Meter ( www.heiz-o-meter.de) gibt es nun erstmals Transparenz über den Heizenergieverbrauch in Deutschland – basierend auf dem anonymisierten Verbrauchsverhalten von 350.000 Haushalten bundesweit. Von September bis November ist der Verbrauch an Heizenergie witterungsbereinigt um zwölf Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Heizverbrauch liegt also wieder auf dem Niveau von vor der Energiekrise.

„Nachrichten über volle Gasspeicher und sinkenden Großhandelspreise haben möglicherweise dazu geführt, dass Energiesparen jetzt seltener auf der Liste der Neujahrsvorsätze steht“, sagt ista-CEO Hagen Lessing. „Im Vergleich zum Vorjahr wird also wieder deutlich mehr geheizt bei einem gleichzeitig immer noch deutlich erhöhten Preisniveau für Erdgas und Heizöl. Hier lauert eine richtig große Kostenfalle für viele Mieterinnen und Mieter.“

ista prognostiziert in einer Musterrechnung einen Anstieg der Brennstoffkosten für Erdgas um 61 Prozent und für Heizöl um 34 Prozent gegenüber den durchschnittlichen Kosten des Vorjahres. In der Folge des veränderten Heizverhaltens sei für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung bei Erdgas mit einem Kostenanstieg von 71 Prozent beziehungsweise Mehrkosten von 460 Euro zu rechnen.

Energiesparmaßnahmen Bildquelle: ista SE

Energiesparen: Die Kombination machts

„Noch mehr als die Hälfte der Heizsaison liegt vor uns – einfache Maßnahmen können sofort Wirkung zeigen. Ein Grad weniger Raumtemperatur kann die Heizkosten bereits um sechs Prozent senken“, sagt Lessing.

Um ihren Energieverbrauch zu senken wollen 58 Prozent der Befragten in allen Räumen weniger heizen. 56 Prozent nehmen sich vor, die Heizung herunterzudrehen, wenn sie nicht im Raum sind. Smarte Thermostate möchten sich 13 Prozent installieren und neun Prozent nehmen den Weg ins Büro in Kauf, um zuhause nicht heizen zu müssen. Auch das vollständige Abschalten von Elektrogeräten (52 Prozent) und die Auswahl von Waschprogrammen mit niedrigerer Temperatur (45 Prozent) bleiben 2024 und voraussichtlich darüber hinaus beliebte Energiesparmethoden.

Die „kalte Dusche“ ist hingegen selten das Mittel der Wahl – lediglich neun Prozent wollen so ihren Neujahrsvorsatz umsetzen. Und auch für die Mehrheit der Warmduscher gibt es eine Alternative zur Radikallösung: den Sparduschkopf, dank dem beim Duschen weniger warmes Wasser fließt. Nutzen wollen ihn 26 Prozent der Befragten.

Während als Motivation fürs Energiesparen im kommenden Jahr immerhin 19 Prozent den Umwelt- und Klimaschutz nennen – im Vorjahr waren es nur elf Prozent – bleibt die Hauptmotivation für 63 Prozent der Deutschen der Kostenaspekt.

Auch das ista Heiz-O-Meter kann beim Energiesparen unterstützen: Neben aktuellen Verbrauchswerten finden Verbraucher:innen auf der Seite zusätzlich nach Energieträgern aufgeschlüsselte Daten sowie Übersichten für die einzelnen Bundesländer und die 20 größten deutschen Städte. So können sie sich jederzeit mit anderen vergleichen. Die Daten werden monatlich aktualisiert und machen das Heizverhalten bundesweit transparent.

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