Mehr Impfstoffzulassungen noch in diesem Jahr 

 Dezember 11, 2020

By  Carsten Dohmann

Das Corona-Virus hält die Welt nach wie vor eisenhart in seinem Griff, doch die vielen positiven Impfstoffnachrichten der vergangenen Wochen lassen zumindest ein Licht am Ende des Tunnels erahnen. Großbritannien hat in dieser Woche als erstes Land überhaupt damit begonnen, seine Bevölkerung zu impfen. Kanada könnte schon bald folgen und auch in den USA wurde gestern ein großer Schritt in Richtung Zulassung der Impfpräparate getan.

 

USA kurz vor Impfstoffzulassung
Die Arznei- und Lebensmittelbehörden der USA (FDA) steht kurz vor davor, den von der deutschen Firma BioNtech und ihrem amerikanischen Partner Pfizer entwickelten Impfstoff zuzulassen. Gestern gab ein ein Berater-Komitee der Behörde nach stundenlanger Diskussion grünes Licht. Die FDA dürfte mit dieser Empfehlung nun recht schnell folgen und das Pfizer-Präparat damit zum ersten zugelassenen Impfstoff in den USA machen.

 

Der Impfstoff, der in klinischen Tests eine Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent gezeigt hatte, ist bisher schon in Großbritannien, Kanada, Bahrain und Saudi-Arabien zugelassen. In der EU wird ein Antrag auf Notfallzulassung derzeit geprüft, eine Entscheidung wird möglicherweise noch für dieses Jahr erwartet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt in Aussicht gestellt, in diesem Fall noch im Dezember mit den ersten Impfgaben für Risikogruppen beginnen zu können.

 

Ölpreise im Höhenflug
Die Marktteilnehmer lassen sich im Angesicht dieser durchaus positiven Nachrichten in ihrem Optimismus nicht beirren und setzen weiter auf steigende Preise. Entsprechend legten die börsengehandelten Rohölpreise gestern eine Rallye hin, die die europäische Referenzsorte Brent auf über 50 Dollar trug. So hoch war Brent das letzte Mal Anfang März gehandelt worden.

 

Auch wenn die Preisrallye sich heute an den Börsen erst einmal nicht fortsetzt, bleiben die Ölpreise doch auf vergleichsweise hohem Niveau. Experten und Marktbeobachter warnen allerdings davor, dass es im Lichte der besorgniserregenden Anstiege von Neuinfektionen weltweit wenig Grund für übertriebenen Optimismus gibt, nicht zuletzt auch, weil eine flächendeckende Impfversorgung erst in einigen Monaten aufgebaut werden kann. Die Preise könnten also ebenso schnell wieder abstürzen wie sie gestern in die Höhe schossen.

 

Ausblick
Im Bundesgebiet muss heute für Heizöl mit Preisaufschlägen gerechnet werden. 100 Liter kosten demnach etwa +0,60 bis +0,80 Euro mehr als gestern Vormittag.

 

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Carsten Dohmann